Giverny – Ein Platz für Fantasie und Imagination

GivernyAuf den ersten Blick ist Giverny ein kleiner französischer Ort, ca. 63 Kilometer nordwestlich von Paris, in der Region Haute-Normandie. Schon im Jahre 671 wurde er unter dem Namen Warnacus und ca. 300 Jahre später als Givernacus urkundlich erwähnt. Winzer nutzten das außergewöhnliche Klima, um an den Weinbergen der Abtei Saint-Wandrille ihre kostbaren Früchte anzubauen. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des malerischen Ortes gehört die aus dem 11. Jahrhundert stammende, romanische Kirche Sainte-Radegonde.

Kunst-volles Giverny

Doch noch etwas anderes zeichnet diesen wunderbaren französischen Ort aus: Claude Monet, am 14.11.1840 in Paris geboren, entschloss sich, im Mai 1883 nach Giverny zu ziehen und dort ein Haus zu mieten. Der Maler, der sich mit Begeisterung auch der impressionistischen Blumenmalerei hingab, legte hinter dem Haus einen kleinen Ziergarten an, um in der grandiosen Blumenvielfalt schwelgen und seine Inspiration finden zu können. Dies lag ihm so sehr am Herzen, dass er schließlich das Grundstück und das Haus im Jahre 1890 kaufte. Seine Liebe zur Natur brachte er immer mehr in der Gestaltung des Gartens zum Ausdruck. In diesem sogenannte „Clos Normand“ ließ er eine wahre Blumenpracht aus Tulpen, Lilien, Rosen, Klatschmohn und anderen Gewächsen erblühen und erwarb schon drei Jahre später ein weiteres Grundstück, das an sein Eigentum grenzte, um dort den legendären „Jardin d´eau“ anlegen zu können. Nach japanischem Vorbild ließ er über den Seerosenteich eine Brücke bauen, heute ist dieses Motiv weltbekannt – ebenso wie Trauerweide und Wisteria, die Bambusstäbe und die Vielzahl der Rhododendren.

Giverny – Monets Inspiration

GivernyAuch wenn Claude Monet an die französische Riviera oder in die Bretagne reiste und dort großartige Werke erschuf, kehrte er immer wieder nach Giverny zurück, um Ruhe zu finden und sich von diesem atemberaubenden Naturrefugium inspirieren zu lassen. Wer heute das Haus und den Garten Monets, beide bereits seit vielen Jahren unter Denkmalschutz stehend, besucht, glaubt, den Geist und die Gedanken des berühmten Malers zu spüren. Blickt man in den Teich, tauchen vor dem inneren Auge die Werke aus der Seerosen-Serie auf: Zarte Farben, verschwenderisch und intuitiv auf die Leinwand gebannt, ergeben bei eindrücklicher Betrachtung feengleiche Seerosen, die auf dem klaren Wasser zu schweben scheinen. Ganz anders dagegen sein Werk „Weg im Garten des Künstlers“, das er in der Zeit von 1901 bis 1902 schuf. Hier dominieren starke Farbkontraste. Und dennoch geben sie gefühlvoll preis, mit welcher Hingabe und Liebe sich Claude Monet seinem Garten und der Blumenpracht widmete.

 

Bildquelle:

Wikipedia Theoliane

Wikipedia Anabase4

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