Bis zum Horizont – Reisen durch Patagonien

Der Begriff “Weite” scheint in Patagonien erfunden und doch noch wesentlich mehr zu bedeuten, als man sich in anderen Teilen der Welt vorstellen kann. Ein auf den ersten Blick endloses, leeres und doch so spektakuläres Land, das ob seiner Einsamkeit unvorstellbare Anmut versprüht. Auf argentinischer Seite besteht Patagonien hauptsächlich aus den Ebenen der Pampa. Rinderherden mit zehntausend Tieren und mehr grasen den Rand des Horizonts ab und erscheinen als majestätischer Scherenschnitt im Sonnenuntergang.

Wer sich auf einer Patagonien Rundreise weiter gen Westen begibt, trifft irgendwann auf die Gipfel der Anden. Wie ein Bollwerk aus Eis, Fels und Schnee schieben sie sich dem Himmel entgegen und separieren das Land der Gauchos von Chile. Über diese Felsendome hinweg verändert sich das Antlitz der Landschaft. Wo vormals trockenes und unwirtliches Land den Süden Argentiniens formte, begegnet man auf chilenischem Staatsgebiet einem gemäßigten, üppigen Regenwald.

Neben Baumriesen wandern

Die Wolken, die über dem Pazifik aufsteigen, vermögen es nicht die Anden zu überqueren und regnen sich deshalb über dem Nationalpark Chiloé ab. Das Schutzgebiet liegt auf einer zauberhaften Insel unmittelbar vor der Küste. Obwohl malerische Sandstrände zum Sonnen einladen würden, vereitelt der täglich einsetzende Regen den Badespaß. Doch wer hierher reist, sucht nicht die Erholung an schneeweißen, sonnenschirmdominierten Stränden.

Durch den Nationalpark führen zahllose Wanderwege in entlegene Täler und zu Baumriesen von mystischer Schönheit. Kriecht der Morgen nebelverhangen über den Horizont, dampft es zwischen den Kiefernwäldern. Die ersten Sonnenstrahlen des Tages saugen die Tautropfen in sich auf, sodass der ewige Kreislauf aus Niederschlägen und anschließenden Nebelschwaden niemals zum Erliegen kommt. Das Resultat dieser Zirkulation des Wassers ist eine gänzlich vom Moos überwucherte Flora.

Salzige Luft des Meeres atmen

Eine andere Facette Patagoniens erlebt man bei einer unter www.ruppertbrasil.de gebuchten Reise im Nationalpark Torres del Paine. Die “Türme des blauen Himmels” bilden das Herz des Schutzgebietes und sind bis zu 2850 Meter hoch. Um sie herum strömen Gletscherbäche gen Küste. In den romantischen Seen treiben auch im Hochsommer Eisschollen umher. Fjorde schneiden sich tief ins Landesinnere und führen die salzige Luft des Meeres mit den eisigen Winden der Anden zusammen. Stehen sie vor den zackigen, steilen Felswänden der Torres, kommen sich viele Besucher klein und unbedeutend vor. Die Gipfel lehren, die Allmacht der Natur zu erkennen und erwecken ein Gefühl der Dankbarkeit.

Dankbar dafür, diese einzigartigen Panoramen sehen und das Paradies auf Erden durchstreifen zu dürfen. Der Großteil des Parks liegt unter einer dicken Eisschicht. Die Gletscherzungen reichen bis in die Täler hinab. Dort breiten sich Tundren, an anderer Stelle auch dichte Wälder aus und laden zu mehrtägigen Wanderungen ein. Auf ausgeschilderten Camps darf übernachtet und sich andächtig den grandiosen Ausblicken gewidmet werden. Vielleicht vernimmt man dabei das Flügelschlagen des Königs der Lüfte: Der Andenkondor ist rund um die Torres zu Hause.

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